433 Tage in Asien – wie es ist wieder zurückzukommen

Irgendwie ist alles neu, gleichzeitig aber auch alles wie früher in Wien. Hat sich hier überhaupt irgendetwas verändert? Oder bin ich es, der sich verändert hat? Obwohl Veränderung schon ein großes Wort ist – vielleicht bin ich einfach mehr ich selbst geworden. Ich bin jetzt seit knapp zwei Wochen zurück in Wien. 433 Tage Asien liegen hinter mir. Und schon jetzt kommt es mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Etwas, dass schon Jahre in der Vergangenheit liegt und eben nicht erst zwei Wochen.

Diese zwei Wochen gaben mir die Zeit mich auch innerlich von Asien zu verabschieden und mich wieder mit Wien anzufreunden. Nicht weil ich Wien nicht liebe… aber mal ehrlich, im Vergleich zu Asien ist Wien halt einfach anders.

12.10.2022 – das Ende einer Reise

Die letzten Tage in Bangkok vergingen wie im Flug und ehe ich mich versah, war der Tag meiner Abreise auch schon da. Um ehrlich zu sein, bis zur letzten Sekunde, bis das Flugzeug abhob, habe ich nicht wirklich realisiert, dass ich Asien jetzt verlasse. Ich fühlte nichts – weder Gutes, noch Schlechtes. Erst nach einigen Stunden in der Luft, erkannte ich, was es wirklich bedeutet. Dies war ein Abschied. Zwar keiner für immer, aber doch für eine längere Zeit. Und schon begangen die Tränen zu fließen. Bis heute kann ich nicht genau sagen, ob es die Verzweiflung war Asien zu verlassen oder die Angst, wieder zurück nach Wien zu gehen und wieder einen Teil von mir unterdrücken zu müssen. Meinen Freigeist, meine Werte und mein ‚wahres Reise-Ich“ nicht jedem zeigen zu können. Mich wieder komplett anpassen zu müssen.

Doch ich saß im Flugzeug, ein Zurück gab es im Moment nicht. Würde es auch für etwas länger nicht geben… immerhin gab es ja einen Grund, weshalb ich mich dazu entschied, wieder für eine Zeit nach Wien zurück zu gehen: um mich bestmöglich auf mein Work and Travel in Japan vorzubereiten, Geld anzusparen und einfach einiges vor Ort zu klären.

Aber auch wirklich ankommen in Wien, ohne dabei das Reisegefühl und die Leichtigkeit komplett zu verlieren? Gar nicht einmal so einfach!

Jeder, der schon mal länger als einen normalen Urlaub in der Welt unterwegs war, hat es nicht leicht ins normale Leben zurückzukehren. Während des Reisens hat sich so viel in einem selbst verändert: die Sichtweisen, die Ideale, die eigenen Werte und man selbst als Person. Man wird einfach viel mehr man selbst und hat auch keine Probleme mehr damit für sich selbst einzustehen. Doch zurück in der Heimat ist vieles (wenn nicht sogar alles) noch beim Alten. Und nun versucht man, irgendwie wieder hineinzupassen, ohne sein neues Ich aus den Augen zu verlieren oder gar zu vergessen.

Bis jetzt geht es mir damit eigentlich noch ganz gut. Es liegt vielleicht aber auch daran, dass ich mich immer schön beschäftigt halte, trotzdem aber versuche mir Zeit für mich selbst zu nehmen. Einfach eine gesunde Balance zu finden, in der ich mich nicht übernehme, aber auch nicht den ganzen Tag zuhause sitze und nichts tue.

Es hilft mir aber auch unwahrscheinlich, dass ich weiß, dass meine Zeit hier in Wien begrenzt ist. Ich muss nicht auf unbestimmte Zeit warten, bis es wieder in den Flieger weit weg geht. Es ist in Reichweite. Und in der Zwischenzeit habe ich schon einige Kurztrips geplant, um mich bei Laune zu halten. Denn ich habe während meinen Reisen einfach gelernt, das die oberste Priorität mein Glück sein sollte, mein Wohlbefinden. Und ich bin glücklich, wenn ich am Reisen bin.

Klar gibt es immer wieder einmal Momente, in denen ich mir wünsche, wieder zurück in Asien zu sein. Zurück bei meinen Freunden in Thailand oder Singapur, zurück zu meinem Leben auf Reisen. Was mir hilft diese Phasen zu überstehen ist ganz einfach: dass all dies nicht weit entfernt ist und wenn ich es gar nicht mehr aushalte ich jederzeit dorthin zurück kann.

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Reisen ins normale Leben integrieren

Mittlerweile habe ich gelernt reisen auch ins normale Leben zu integrieren. Ich koche mindestens 3 Tage die Woche asiatisch. Sehe mir Serien auf Englisch oder Japanisch an und versuche mindestens 2x die Woche Wien zu erkunden. Denn obwohl ich hier lebe, kenne ich noch immer nicht jeder Ecke Wiens – ich spiele sozusagen Tourist in der eigenen Stadt. Ich versuche einfach nicht bequem zu werden und das Reisen, soweit es möglich ist, in mein Leben zu integrieren. Einfach nicht den Spaß zu verlieren, ganz egal wie stressig es auch sein mag.

Mal schauen, wie ich mich in einigen Wochen fühle, aber im Moment bin ich immer noch ziemlich glücklich und zufrieden. Und selbst wenn ich einmal eine Down-Phase haben sollte – ich weiß, wieso ich wieder zurückgekommen bin und wieso ich es mache: um in ca. 1 Jahr und ein paar Monaten nach Japan zu gehen und mir wohl einen meiner größten Träume zu erfüllen! Ich muss mich dann immer nur wieder daran erinnern.

Wenn du schon einmal länger weg warst, wie hast du dich in den ersten Wochen zurück nachhause gefühlt? Wann hat es sich für dich geändert? Und wie bist du damit umgegangen?

Erzähl mir davon doch in einem Kommentar! 😊

4 comments

  1. Meine längste Reise ging bisher 10 Tage, nicht zu vergleichen mit deinem Abenteuer! Ich kann mir gut vorstellen, dass sich jetzt alles spontan ganz anders anfühlt! Aber ich finde deinen Plan toll, Wien mal richtig zu erkunden! Das habe ich mit meiner Tochter in der Corona-Hochzeit auch gemacht! Wir sind hier (auf dem Land) Wege langgelaufen, die wir noch gar nicht kannten und man entdeckt soviel Neues!
    Liebe Grüße
    Jana

    1. Hallo Jana.
      Obwohl ich in Wien zuhause bin gibt es trotzdem noch so viel, dass ich nicht kenne. Und ich würde gerne meine Zeit hier nutzen um eben auch andere Teile von Wien kennenlernen – eignet sich dann ja auch perfekt für ein paar neue Blogbeiträge. ^^

      LG,
      Vici

  2. Ich kenne das Gefühl, nach einer langen Reise zurückzukommen, sehr gut. Es ist auch immer ein bisschen Freude auf zu Hause im Spiel. Aber die verpufft bei mir allzu schnell. Und dann ist es wie bei Dir: Mich hält die Tatsache aufrecht, dass ich bald wieder weg kann. Als ich das letzte Mal aus Neuseeland zurückkam, war das ganz extrem. Und dann kam Corona und ich hatte den Salat. Das war so richtig mies. Ich wünsche Dir ein gutes Heimkehren. Bewahr die guten Vibes Deiner Reise!!
    LG Renate von Trippics

    1. Hallo Renate. 🙂
      Ich finde man braucht immer ein neues Ziel vor Augen. Ich löse es, indem ich ein großes Endziel vor Augen habe (in diesem Fall Japan) und bis es soweit ist unterschiedliche Städtetrips unternehme. Aber auch zuhause versuche ich mind. 1x die Woche etwas Neues zu probieren. Dann funktioniert es eigentlich ganz gut. 🙂

      LG,
      Vici

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