Depression und Reisen: was du tun kannst

Wenn du meinen Beitrag „Depression – wenn das Reisen zur Qual wird“ gelesen hast, dann weißt du, dass ich während einer meiner Reisen eine richtig miese Zeit hatte. Mir ging es überhaupt nicht gut. Es hat gedauert, bis ich diese Phase überwunden hatte und langsam wieder zu mir selbst zurückfand.

Während einer Depression gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um diese abzumildern oder aus dieser herauszukommen. Doch es geht nicht nur um die Dinge, die du während dieser unternehmen kannst, denn es gibt auch einiges, dass du vorher bzw. nachher tun kannst. Um es vielleicht gar nicht erst so weit kommen zu lassen bzw. danach die Batterien wieder aufzuladen.

In diesem Beitrag zeige ich dir meine Tipps, die mir persönlich geholfen haben. Doch jede Depression oder negative Verstimmung ist anders. Nicht jeder Ratschlag oder Tipp ist hilfreich. Du musst für dich selbst herausfinden, was für dich funktioniert.

VOR DER DEPRESSION

Nicht immer lässt sich eine Depression verhindern, aber manchmal gelingt es doch. Hier sind einige Tipps, die du tun kannst, um einer Depression entgegen zu wirken oder diese wenigstens abzuschwächen.

Behalte auch während dem Reisen eine Routine bei

Reisen ist spannend und voller neuer Herausforderungen. Kaum ein Tag gleicht dem Anderen. So viele neue Eindrücke und Erfahrungen prasseln auf dich ein. Und so schön das auch klingen, liegt genau hier der Stolperstein.

Gerade wenn du schon früher einmal mit Depressionen zu kämpfen hattest, ist es wichtig immer, auch auf deinen Reisen, eine Routine beizubehalten. Damit will ich jetzt nicht sagen, dass jeder Tag komplett durch strukturiert sein muss. Sondern nur einen kleinen Teil – etwas, dass jeden Tag gleich ist. Trinke morgens den immer gleichen Tee, meditiere, lies ein paar Seiten eines Buches, mach zu einer bestimmten Zeit Yoga oder schreibe jeden Abend in dein Journal. Eine Kleinigkeit, die sich jeden Tag wiederholt und dir somit eine gewisse Sicherheit gibt.

Tue Dinge, die du auch zuhause machen würdest

Nur weil du jetzt auf Reisen bist, bedeutet das nicht, dass du jeden Tag unterwegs sein musst. Nicht jeden Tag musst du etwas Neues sehen oder erleben. Es ist auch vollkommen okay, mal einen Tag etwas zu tun, dass du auch zuhause tun würdest. Den ganzen Tag über Netflix schauend im Bett liegen, stundenlang in Cafès sitzen, zocken, lesen oder abends auch einfach mal ins Kino zu gehen.

Wie gesagt, nur weil du jetzt auf Reisen bist, bedeutet es nicht, dass du dein Leben zuhause komplett aufgeben musst. Auch solche alltäglichen Dinge, können dir ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Reise langsam – bleibe länger an einem Ort

Eine Nacht hier, eine Nacht dort und jeden Tag auf Achse. Nie gönnst du dir etwas Ruhe.

Wenn du aber länger unterwegs bist, dann reise am besten auch langsam. Bleibe länger Zeit an einem Ort. Lass dir Zeit. Nicht nur gönnst du dir und deinem Körper eine Pause, sondern du hast damit dann auch die Möglichkeit, einen Ort und die Menschen dort viel besser und tiefgehender kennenzulernen.

Nimm dir Zeit für dich selbst und lass es dir auch mal gut gehen

Viele vergessen beim Reisen oft an sich selbst zu denken. Ich rede jetzt nicht von neuen Erfahrungen, sondern davon, dass du dich auch um dich selbst kümmern musst. Wenn du jeden Tag etwas Neues siehst und erlebst, geraten deine eigenen Bedürfnisse ganz schnell in den Hintergrund. Du vergisst auf dich und deinen Körper zu hören. Lass es nicht zu! Nimm dir Zeit für dich selbst: gönn dir eine Massage, wenn du eine möchtest. Verwöhn dich selbst mit einem guten Essen. Kauf dir etwas, das du wirklich gerne haben möchtest. Beschenke dich selbst von Zeit zu Zeit.

WÄHREND DER DEPRESSION

Doch nicht immer lässt sich eine Depression verhindern. Aber auch für die Zeit während einer Depression selbst gibt es ein paar Dinge, die du tun kannst, um dich vielleicht ein bisschen besser zu fühlen.

Hör auf, dich selbst unter Druck zu setzen

Niemand will niedergeschlagen sein und kaum die Kraft haben aus dem Bett zu kommen. Niemand will sich schlecht fühlen. Am liebsten wäre es dir natürlich, dass du dich so schnell wie nur möglich wieder gut fühlst, wieder Energie hast, wieder ganz du selbst bist. Du beginnst dich selbst unter Druck zu setzen und machst dir selbst Vorwürfe. Doch dadurch wird es dir nicht besser gehen. Sogar ganz im Gegenteil. Je mehr du es nämlich versuchst, es aber einfach nicht klappen wird, desto enttäuschter wirst du von dir selbst sein. Desto schlechter wird es dir gehen. Es ist ein Teufelskreis.

Ich weiß, es ist leichter so viel leichter gesagt als getan, aber versuche dich nicht selbst unter Druck zu setzen. Gestehe dir die Zeit zu, die du brauchst, um wieder gesund zu werden.

Versuche Dinge zu tun, die du eigentlich liebst

Während meiner Depression hatte ich an nichts mehr Spaß. Nicht gefiel mir, nichts liebte ich mehr. Selbst Dinge, die ich eigentlich über alles liebte, machten mir keinen Spaß mehr. Alles fühlte sich einfach nur noch schwer und unangenehm an. Oder noch schlimmer, ich fühlte einfach gar nichts. Es ist einfach mehr als schrecklich zu wissen, dass ich eigentlich ganz anders empfinden sollte…

Versuche dich nicht unter Druck zu setzen oder sauer auf dich selbst zu sein. Du fühlst was du fühlst und das ist auch vollkommen okay so. Denk einfach immer daran, dass diese negativen Gedanken und Gefühle eines Tages wieder vorbeigehen werden. Es wird wieder der Zeitpunkt kommen, an dem du wieder glücklich sein wirst. Dann werden dir die Dinge, die du liebst, auch wieder Spaß machen.

Versuche dich abzulenken

Ich weiß, du hast dazu eigentlich gar keine Lust. Aber wenn du die Kraft dafür hast, dann geh vor die Tür. Mache einen Spaziergang, setz dich in ein Cafe oder auf eine Parkbank. Versuche dich irgendwie von dem Gedanken in deinem Kopf abzulenken. Es wird dir wahnsinnig schwer fallen, aber du wirst sehen, es wird dir gut tun.

Telefoniere mit deinen Freunden und Familie

Oft kann es sehr hilfreich sein mit Menschen zu sprechen, die einen wirklich kennen. Bei denen man nicht mehr viel erklären muss, sondern einfach nur reden kann. Außerdem wissen sie mit Sicherheit, was zu tun ist, um dich etwas aufzumuntern.

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Versuche dich auf die positiven Dinge während des Tages zu konzentrieren

Ich weiß, dass du dich absolut nicht gut fühlst und nichts Positives siehst. Aber versuche dich auf die Kleinigkeiten zu konzentrieren: ein Lächeln von jemanden der an dir vorbeigeht. Ein leckeres Essen, ein gutes Buch oder die Sonne auf deiner Haut. Es sind die kleinen Dinge, die einen Energie spenden können. Versuche sie zu finden.

NACH DER DEPRESSION

Gehe es langsam an

Auch wenn du dich schon weitaus besser fühlst bzw. fast schon so wie früher, lass dir Zeit. Du kommst gerade aus einer schweren Phase, die dir so gut wie alle Kraft geraubt hat. Nimm dir die Zeit um wieder vollständig zu Kräften zu kommen und übereile nichts. Denn auch wenn die schwierigste Phase jetzt vorüber sein mag, jetzt wartet eine Menge Arbeit auf dich.

Finde deine Auslöser

Im Nachhinein betrachtet: was denkst du hat dich über den Abhang gestoßen? Welche Warnzeichen hat dir dein Körper gesendet? Worauf musst du beim nächsten Mal besser achten? Versuche so viel wie möglich über deine Auslöser herauszufinden um diese in Zukunft zu vermeiden oder sie wenigstens rechtzeitig zu erkennen.

All diese Tipps sind nur Hilfestellungen. Wie gesagt, jede Depression ist anders. Jeder Mensch ist anders. Jeder braucht in solchen Momenten andere Dinge. Und ich weiß, schon der Versuch allein kann überwältigend und wahnsinnig anstrengend sein.

Du wirst immer wieder entmutigt werden. Du musst immer wieder stark sein. Und doch wird es sich eines Tages auszahlen. Eines Tages wirst du bemerken, wie es langsam besser wird. Wie du langsam wieder zu dir selbst zurückfindest. Und die Depression von Tag zu Tag immer mehr verschwindet.

Hast du schon mal mit einer Depression auf Reisen zu tun gehabt? Wie hast du es gehandhabt? Welche Tipps hast du für mich?

Erzähl es mir in einem Kommentar! 😊


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