Backpacker Anfängerfehler und wie du sie vermeidest

Allein auf Reisen zu gehen klingt für viele nach Freiheit – und das ist es auch. Aber gerade am Anfang warten einige Stolpersteine, die man oft erst bemerkt, wenn man mittendrin steckt.
Ein bisschen zu viel Gepäck, zu hohe Erwartungen oder der Klassiker: zu schnell zu viel wollen. All das sind Fehler, die vielen Backpacker gerade am Anfang passieren – auch mir. Und weißt du was? Das ist vollkommen okay. Denn unterwegs lernst du nicht nur andere Kulturen kennen, sondern auch dich selbst.

In diesem Beitrag zeige dir ich typische Anfängerfehler, die ich selbst (oder andere) gemacht haben – und wie du sie ganz leicht vermeiden kannst. Damit du entspannter, bewusster und mit mehr Leichtigkeit losziehen kannst.

Warum Anfängerfehler beim Backpacking ganz normal sind

Es ist völlig normal, dass gerade am Anfang nicht alles auf Anhieb perfekt ist. Backpacking ist ein Lernprozess. Kein Guide, keine Packliste und kein Blogbeitrag kann dich auf alles vorbereiten, was unterwegs passiert.

Du wirst Dinge vergessen, Entscheidungen hinterfragen und manchmal einfach überfordert sein. Und das ist okay. Fehler bedeuten nicht, dass du ungeeignet zum Reisen bist – im Gegenteil: Sie helfen dir, deinen eigenen Reisestil zu finden. Und manchmal sind es genau diese kleinen Missgeschicke, über die du später am meisten lachst oder die du mit anderen Backpackern bei einem Cola teilst.

Wenn du also gerade am Anfang deiner Reise stehst: Sei nachsichtig mit dir selbst. Je entspannter du dich selbst und deine ersten Schritte nimmst, desto leichter wirst du dich zurechtfinden – und dabei deinen ganz eigenen Weg gehen.

Typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest

Backpacking ist aufregend, befreiend – und meistens auch ein kleines bisschen Chaos. Gerade am Anfang passieren Fehler, die sich später ganz einfach vermeiden lassen. Die gute Nachricht: Du bist definitiv nicht allein damit. Viele Anfänger machen ähnliche Erfahrungen – und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die typischen Stolperfallen. Damit du entspannter losziehen kannst, findest du hier die häufigsten Anfängerfehler – und was du stattdessen tun kannst oder wie du sie ganz einfach vermeidest.

Zu viel planen

Gerade beim ersten Mal willst du alles richtig machen – also wird die Route durchgetaktet, jedes Hostel gebucht und jede Sehenswürdigkeit notiert. Doch das kann ganz schnell zu Stress führen. Denn Reisen ist oft unvorhersehbar – und je mehr du versuchst, alles zu kontrollieren, desto weniger Raum bleibt für echte Erlebnisse. Spontane Begegnungen, Umwege oder Ruhetage haben oft den größten Wert – aber nur, wenn du sie auch zulässt.

Tipp: Plane nur die ersten Nächte im Voraus – der Rest darf sich unterwegs entwickeln.

Alles dokumentieren

Du willst jede Straße, jeden Sonnenuntergang und jedes Essen festhalten – am besten gleich in Echtzeit teilen. Doch das ständige Fotografieren, Filmen und Posten sorgt dafür, dass du den Moment gar nicht richtig erlebst. Alleinreisen lebt davon, präsent zu sein – nicht davon, alles perfekt festzuhalten.

Tipp: Leg das Handy einfach mal bewusst weg – und entscheide dich pro Tag für nur einen besonderen Moment, den du festhalten oder teilen möchtest.

Zu viel Gepäck

„Für den Fall, dass …“ ist wohl einer der häufigsten Gedanken beim Packen – und führt regelmäßig zu überfüllten Rucksäcken. Gerade als Anfänger willst du auf alles vorbereitet sein. Doch in der Realität schleppst du viel zu viele Dinge einfach nur mit dir herum, ohne sie je zu benutzen. Zu viel Gepäck schränkt dich ein – physisch und mental.

Tipp: Mach einen Pack-Test! Alles, was du in den letzten 2 Wochen nicht benutzt hast, kommt raus.

Auf Komfort verzichten, nur um Geld zu sparen

Budgetreisen bedeutet nicht, alles so billig wie möglich zu machen. Viele Backpacker buchen das günstigste Bett im lautesten Hostel, verzichten auf klimatisierte Busse oder essen nur Toast mit Peanut Butter – in der Hoffnung, jeden Cent zu sparen. Doch wenn der Komfort komplett verloren geht, leidet manchmal auch die Reiseerfahrung darunter.

Tipp: Setz dir ein realistisches Tagesbudget – und plane bewusst kleine „Komfort-Ausnahmen“ ein, die dich mental und körperlich auftanken lassen.

Zu schnell reisen

Viele Anfänger hetzen von Ort zu Ort, weil sie „alles sehen“ wollen – dabei bleibt oft keine Zeit, um auch wirklich irgendwo anzukommen. Die Folge: Du bist ständig im Transitmodus, emotional überfordert und kannst deine Reise gar nicht richtig genießen. Gerade am Anfang brauchst du Pausen, um Eindrücke zu verarbeiten.

Tipp: Plane bewusst langsame Übergänge ein – mindestens 2–3 Nächte pro Stopp, vor allem am Anfang deiner Reise.

Zu wenig auf das eigene Bauchgefühl hören

Gerade als Anfänger verlässt man sich oft zu sehr auf Empfehlungen von anderen – sei es von Reiseblogs, Freunden oder Leuten im Hostel. Dabei vergisst man schnell, auf das eigene Bauchgefühl zu achten. Nicht jeder Ort oder jede Aktivität ist automatisch richtig für dich, nur weil andere davon schwärmen.

Tipp: Wenn sich etwas für dich nicht gut anfühlt – geh weiter, buch um oder sag nein. Du bist niemandem Rechenschaft schuldig.

Ohne Reiseversicherung unterwegs sein

Viele sparen sich die paar Euro für eine Auslandskrankenversicherung – und bereuen es im Ernstfall bitter. Selbst bei kleinen Vorfällen können Kosten schnell explodieren.

Tipp: Schließe vor der Reise eine gute Auslandsreiseversicherung ab – sie kostet oft weniger als 1 € pro Tag und ist im Ernstfall jeden Cent wert!

Kulturelle Regeln ignorieren

Ungewollt ins Fettnäpfchen zu treten ist leicht – besonders, wenn du dich vorher nicht wenigsten ein bisschen mit den Gepflogenheiten deines Reiselandes beschäftigt hast. Respekt und Sensibilität sind wichtig – gerade als Frau allein unterwegs.

Tipp: Informiere dich vorab über Kleidung, Verhalten & Tabus – schon ein kurzer Guide auf Google hilft enorm.

Keine Pausen einplanen

Viele hetzen von Ort zu Ort, weil sie „alles sehen“ wollen. Aber dein Körper und Geist brauchen zwischendurch Ruhe – gerade auf Langzeitreisen.

Tipp: Plane jede Woche mindestens einen „Slow Day“ ein – kein Sightseeing, nur Treibenlassen und Regeneration.

So wird dein Backpacking-Start noch entspannter

Backpacking ist kein Wettbewerb. Es ist völlig okay, Fehler zu machen – wichtig ist nur, dass du daraus lernst. Wenn du ein paar Dinge im Hinterkopf behältst, wird der Einstieg in dein Abenteuer gleich viel angenehmer:

Plane bewusst Pausen ein – dein Körper und Kopf brauchen Erholung
Bleib flexibel – Pläne ändern sich, das ist ganz normal
Mach dich vorab mit deinem Reiseziel vertraut – Wissen nimmt vielen Sorgen die Schärfe
Vertraue dir selbst – du wächst mit jeder Erfahrung
Tausch dich mit anderen aus – manchmal hilft schon ein kurzes Gespräch im Hostel

Am Ende zählt nicht, ob du alles richtig gemacht hast – sondern dass du dich traust, loszugehen.

Backpacker-Mythen vs. Realität

Wenn du das erste Mal mit dem Rucksack losziehst, prallen viele Erwartungen auf die Wirklichkeit. Social Media, Reiseforen oder Erzählungen anderer können ein Bild vermitteln, das nicht ganz der Realität entspricht. Hier sind ein paar typische Backpacker-Mythen und was wirklich dahintersteckt:

„Du musst ultraleicht packen.“
Nicht zwingend. Natürlich hilft minimalistisches Gepäck, aber wenn du dich mit drei Outfits unwohl fühlst, bringt dir das nichts. Pack smart und so, dass du dich wohlfühlst.

„Hostels sind nur für Partyleute.“
Viele Hostels sind ruhig, gemütlich und sogar explizit für Reisende ausgelegt, die Erholung oder Austausch suchen. Lies dir Bewertungen durch, bevor du buchst!

„Alleine reisen = einsam sein.“
Im Gegenteil: Viele Alleinreisende finden unterwegs schnell Anschluss – in Unterkünften, bei Touren oder über Apps. Alleinsein ist Teil der Erfahrung, aber du bist nie komplett allein.

„Je günstiger, desto besser.“
Budget ist wichtig, klar – aber manchmal lohnt es sich, ein paar Euro mehr auszugeben, z. B. für bessere Lage, Sicherheit oder Hygiene. Qualität spart oft Nerven.

„Du musst ständig unterwegs sein.“
Viele glauben, sie müssten in drei Wochen ganz Südostasien sehen. Aber: Langsames Reisen bringt oft mehr Tiefe und Entspannung.

Mini-Checkliste für deinen Backpacking-Start

✔️ Minimaler Pack‑Test
Leg vor der Abreise alles aus – und sortiere radikal aus, was du in den letzten zwei Wochen daheim nicht gebraucht hattest.

✔️ Offline‑Karten geladen
Installiere Karten (z. B. über Google Maps oder Maps.me), bevor du losfliegst – für die Orientierung ohne Internet.

✔️ Notfallnummern gespeichert
Hinterlege wichtige Kontakte im Handy & notiere sie zusätzlich offline (z. B. im Reisejournal).

✔️ Budget‑Tracking-App installiert
Behalte deine Ausgaben im Blick – z. B. mit Apps wie Trail Wallet oder Money Manager.

✔️ Reiseversicherung abgeschlossen
Unverzichtbar für ärztliche Notfälle, Gepäckverlust oder Flugänderungen.

Fazit: Fehler gehören dazu – aber du musst nicht jeden selbst machen

Kein Backpacker startet perfekt vorbereitet in seine erste große Reise. Und das ist auch gut so! Denn aus kleinen Fehlern entstehen oft die besten Geschichten, wertvollsten Aha-Momente und die größte persönliche Weiterentwicklung. Trotzdem gibt es ein paar typische Anfängerfehler, die du dir mit ein wenig Vorbereitung ganz einfach sparen kannst – und dir damit einiges an Stress, Geld und Frust ersparst.

Gerade wenn du alleine unterwegs bist, zählt jeder kleine Schritt, der dir mehr Sicherheit gibt: Ein gutes Packgefühl, ein realistischer Zeitplan, ein klarer Umgang mit Geld – und vor allem: Vertrauen in dich selbst. Du wirst mit jeder Etappe routinierter, mutiger und entspannter.

Stehst du noch ganz am Anfang deiner Backpacker-Reise oder hast du schon ein paar Trips hinter dir?✨🧳🌏
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10 Kommentare

  1. Hallo und danke für den tollen Beitrag!
    Alleine reisen wäre überhaupt nicht mein Ding ♥ Zum Glück reisen mein Mann und unser Hund Bronco immer gerne mit 😉
    Dein Punkt „Du reist zu schnell“ kommt mir sehr bekannt vor. Gerade auf unseren Hausbootrundreisen ging es uns oft auch so, man fährt von Stadt zu Stadt,
    will auf keinen Fall was verpassen und ist dann ziemlich schnell quasi übersättigt von den vielen neuen Eindrücken…
    Ganz liebe Grüße, Janina

    • Hallo, Janina.
      Ich finde es toll, dass du jemanden gefunden hast, der mit dir reist und es auch genießt! Stimmt, viele glauben immer alles sehen zu müssen, machen alles schnell, schnell und irgendwann macht es dann einfach auch keine Freude mehr – was natürlich echt schade ist. Daher ruhig ein bisschen weniger sehen, das dafür dann aber auch wirklich genießen.

      LG,
      Vici

  2. Oh Mann, gerade das erste kommt mir sooo bekannt vor! Meine erste Reise war nach dem Abi nach Neuseeland für ein Jahr und ich hatte ca 1 Tonne Gepäck. Mittlerweile hab ich es, wie du, auf 7kg Handgepäck reduziert. Neulich durfte ich nach New York ZWEI 23kg-Koffer mitnehmen und hatte Mühe, überhaupt einen vollzubekommen. Er wog am Ende 10kg ? Ein Tipp, den ich ergänzen möchte, ist, dass man unbedingt auf andere Reisende zugehen sollte, vor allem, falls man im Hostel übernachtet! Am Anfang hatte ich davor irgendwie Angst und war super schüchtern, sodass ich teils tagelang mit keiner Menschenseele geredet habe… mittlerweile bereitet es mir keinerlei Schwierigkeiten mehr, fremde Leute anzusprechen, auch in meinem privaten Alltag, und gerade auf Reisen habe ich schon viele tolle Menschen so kennengelernt und teils spannende Abenteuer erlebt mit ihnen – manchmal sogar, ohne jemals ihre Namen zu wissen. Es lohnt sich also definitiv, auch wenn man natürlich nicht alle Vorsicht über Bord werfen sollte, insbesondere als alleinreisende Frau.

    • Hallo, Helen.
      Ja, ich reise auch immer mit wenig Gepäck und ich liebe es. ^^
      Deinen Tipp fremde Leute (gerade in Hostels) anzusprechen, finde ich wirklich toll. Aber wie du sagst, gerade am Anfang kann es einiges an Überwindung kosten… aber es lohnt sich garantiert. 🙂 Danke für diesen Tipp.

      LG,
      Vici

  3. Um ehrlich zu sein, war ich auch noch nie völlig allein auf Reisen und kann es mir aktuell auch nicht wirklich vorstellen! Deshalb ernten Menschen wie du auf jeden Fall immer meine Bewunderung! Ich „bräuchte“ jemanden, mit dem ich meine Erinnerungen teilen kann! Und sicher auch ein bisschen mehr Mut, mich in völlig fremden Gefilden wohl zu fühlen! Aber bei einer Sache kann ich dir auf jeden Fall zustimmen! Nur sparen und jeden Cent umdrehen, ist nicht sehr erquickend! Ich gönne mir im Urlaub auch gern mal hier und da ein kleines bisschen mehr 🙂 Aber auf solch langen Reisen muss man natürlich immer auf sein Geld achten!

    Liebe Grüße
    Jana

    • Hallo, Jana.
      Ich kann deinen Einwand bzgl. des Alleinreisens sehr gut nachvollziehen… wenn du alleine reist sind all dies deine Erinnerungen. Klar kannst du davon Fotos mit anderen Menschen teilen, aber du erlebst sie alleine. Das muss aber nichts schlechtes sein. 🙂
      Ich finde es immer nur wichtig genau zu überlegen, wozu man sein Geld ausgeben möchte – eben ein paar Prioritäten setzen.

      LG,
      Vici

  4. Eine wunderbare Liste mit tollen Tipps, die sicher nicht nur für Backpacker sinnvoll sind.
    Mein persönlich wichtigster Tipp ist Slowtraveling 🙂 Wenn ich das Gefühl habe, meine Seele kommt nicht hinterher und ich sehe alles nur durch die Kamera, dann ist das keine Reise die mir gut tut.

    Viele Grüße, Katja

    • Hallo, Katja.
      Vielen lieben Dank für dein Kompliment. 🙂 Bin ganz bei dir – reisen sollte man genießen und nicht einfach nur schnell, schnell machen.

      LG,
      Vici

  5. Liebe Vici,
    Normalerweise bin ich auch ein Fan davon, sich auszuprobieren und eigene Fehler zu machen. Ich glaube beispielsweise, dass den Gepäck-Fehler nahezu jeder Reisende einmal im Leben macht. Manche lernen daraus, andere nicht.
    Die meisten anderer deiner Tipps finde ich aber enorm wichtig. Gerade der Zeit-Aspekt und die Planung. Viele hetzen von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, um möglichst viel in der Zeit unterzubringen und wenn dann etwas nicht ganz nach Plan läuft, weil das Leben dazwischen kommt, ist das Theater und die Enttäuschung groß. Ich bin im Alltag auch jemand, der viel Struktur braucht. Aber beim Reisen lasse ich mich inzwischen sehr gerne treiben. Ich glaube, viele Menschen haben vergessen, dass es beim Reisen nicht darum geht, Häkchen auf irgendwelche Must-See-Listen von Pseudo-Experten zu setzen und Bilder auf Instagram zu teilen. Neue Menschen kennenlernen, sich Herausforderungen stellen, die eigene Komfortzone mal verlassen, neue Kulturen kennenlernen – all das macht das Reisen für mich aus.
    Liebe Grüße von Miriam von Nordkap nach Südkap

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