Teil 3: Von A nach B oder von der Farm nach Hua Hin

Ich habe lange überlegt, ob ich auch über diesen Teil des Roadtrips schreiben und dann auch wirklich veröffentlichen soll. Denn wie es während einem Roadtrip nun einmal so ist, wird viel Zeit im Auto verbracht. Es wird also auch Tage geben, an denen nicht viel mehr von außen betrachtet geschieht als von A nach B zu kommen. Doch das bedeutet nicht, dass dieser Tag nicht erzählenswert ist. Denn nur weil sich von außen betrachtet nichts tut, heißt das nicht, dass sich gar nichts tut!

Gerade während dem Autofahren und vor allem auf schier endlos geraden Strecken fällt mir persönlich das Nachdenken unglaublich leicht. Ich bin jetzt nicht abgelenkt oder irgendetwas in der Art, aber diese Stunden hinter dem Lenkrad sind wie eine Art Meditation für mich. Hier kann ich über alles nachgrübeln, was mir nur so in den Sinn kommt. Hier werde ich nicht wirklich gestört (Musik und Gespräche kann ich durch meine unzähligen Reisen mittlerweile echt gut ausblenden).

Und genau darum habe ich mich dann doch entschieden, diesen Beitrag zu schreiben. Es geht nämlich während eines Roadtrips nicht nur um all die unglaublichen Dinge, die man sieht, sondern auch was sie und der Trip selbst mit einem im Inneren machen. Wie es einen formt und verändert.

Von A nach B: wunderschöne gerade Strecken und Zeit zum Nachdenken

Wer meine Blogbeiträge über meinen Roadtrip verfolgt, weiß dass ich einen Tag im Nationalpark Khao Sok verbracht habe. Der Tag selbst war im Nachhinein auch wirklich schön, aber das Drum herum und wie er zustande kam, ließ mich einfach nicht los. Und auch die Tatsache, dass wir jetzt um zwei Mitfahrer reicher waren, brachte mich emotional etwas aus dem Gleichgewicht.

Gerade hatte Tag 3 unseres 30tägigen Roadtrips angefangen und schon musste ich mich emotional wieder zusammenflicken. Ich saß hinterm Steuer und grübelte.

Eine 7 stündige Fahrt: fast schon gemacht um einfach nur zu grübeln

Die meiste Zeit verbachte ich mit Überlegen, wie ich mir meinen Freiraum schaffen konnte, ohne dabei jemanden vor den Kopf zu stoßen. Ich weiß nicht wie es dir geht, Zeit mit mir mittlerweile bekannten Menschen zu verbringen, zerrt zwar an meinen Reserven, aber nicht einmal annährend so viel, als wenn es fremde Menschen sind. Da geht es jetzt nicht um Sympathie oder nicht, sondern lediglich um die Tatsache, sich auf noch jemanden einzulassen. Für viele ist dies überhaupt kein Problem, doch für mich ist es wahnsinnig anstrengend… es laugt mich aus und macht mich emotional einfach nur müde. Ganz einfach gesagt überfordert mich so etwas immer ab einem gewissen Punkt.

Doch nicht nur der emotionale Aspekt wird anstrengender, sondern auch der Organisatorische: immerhin sind da fünf Blasen und Mägen im Auto, die verschiedener nicht sein können… das heißt noch mehr Rücksicht auf diesem Roadtrip als ohnehin schon.

Doch nicht nur das ging mir durch den Kopf… auch die Ereignisse, die zu einem ganzen Tag im Nationalpark führten, steckten mir noch immer in den Knochen. (Tut mir leid, dass ich mich hier noch einmal wiederhole, aber ich versuche es kurz zu halten).

Wie gesagt ist es gerade erst Tag 3 unseres Roadtrips und ich konnte es immer noch nicht ganz glauben, dass ich schon so kurz nach unserem Start, mich dermaßen überfahren fühle. Es wurde einfach etwas über meinen Kopf hinweg entschieden und angenommen, dass es für mich schon okay so sei. Meiner Aussage, dass ich mir nicht einmal sicher sei, ob ich diesen Ort auch wirklich sehen möchte, wurde nicht einmal Gehör geschenkt.

Ich hätte etwas sagen können, ich hätte mich damals bemerkbar machen können oder ich hätte es im Nachhinein einfach gleich besprechen sollen. Aber ich hab das alles nicht gemacht. Warum fragst du dich? Ehrlich gesagt, weiß ich es selbst nicht ganz genau. Ich war überfordert mit der Situation, wollte niemanden vor den Kopf stoßen und bin prinzipiell kein großer Fan von Diskussionen… ich vermeide sie lieber. Nicht gerade sehr reif, das weiß ich. Aber ich arbeite immer noch an einigen Charakterzügen.

Die schönen Momente an einem Roadtrip: Eine Pause und ein menschenleerer Strand

Mich persönliche machen lange, vor allem aber eintönige Fahrten müde. Meine Augen fallen mir langsam, aber sich zu und mir vergeht die Lust Songs mitzusingen. Sobald dieser Moment gekommen ist, mache ich eine Pause. Die heutige Pause war am Ban Krut Beach – einen Strand, der auf den Bilder auf Google Maps richtig toll aussah. Und das war er dann auch in Wirklichkeit. Ein wunderschöner Strand und vor allem eins: absolut menschenleer. Der perfekte Ort also um ein paar Mal tief durchzuatmen und wieder richtig munter zu werden. Dieser Ort war einfach perfekt dafür!

Ich finde nichts hilft einen mehr wieder zu Kräften zu kommen als dem Rauschen der Wellen zu lauschen. Die salzige, frische und doch auch etwas schwere Luft einzuatmen und langsam jeden einzelnen Muskel im Körper zu entspannen.

Hua Hin – eine Stadt, die mich überraschte

Von Hua Hin bekam ich an diesem Tag nicht wirklich viel mit. Ich sah nur viele Lichter und hohe Häuser, aber trotzdem hatte diese Stadt etwas, das mir gefiel. Auch wenn die Ankunft nicht ganz so rosig war. Wie es bei einem Roadtrip schon mal vorkommen kann.

Normalerweise funktioniert es folgendermaßen: entweder bucht man ein Hotel im Voraus oder man informiert sich wenigstens über eins. Nichts gegen Spontanität, aber die brauche ich nun wirklich nicht, wenn ich den ganzen Tag am Steuer saß. Da möchte ich einfach ankommen, einchecken, vielleicht noch eine Kleinigkeit essen und danach einfach nur tot ins Bett fallen.

Wünsche kann man ja haben, aber sie müssen nicht immer wahr werden. Die Realität sah nämlich ganz anders aus: wir kamen an und suchten noch Ewigkeiten nach einer Unterkunft. Denn die meisten waren einigen Mitfahrern einfach zu teuer… also ging die Suche weiter. Das kann dann auch ganz schön nervig sein. Und bei Gott war ich genervt. Ich war so genervt dass ich, nachdem wir endlich ein Hostel gefunden haben, einfach tot ins Bett gefallen bin und meine Mitfahrer gekonnt ignoriert habe. So richtig erwachsen habe ich mich an diesem Tag nicht wirklich benommen… aber ein Roadtrip hält nicht immer nur gute Dinge bereit, sondern kann einem auch ganz einfach seine Grenzen aufzeigen.

Tja und das wars dann auch schon wieder. Mein dritter Tag on the road. Gespickt mit etlicher Zeit zum Grübeln und doch auch einigen Hindernissen. Mal schauen, wie die Reise weitergeht.

Hier die Strecke an diesem Tag, damit du eine kleine Vorstellung hast. 😉

Karte/Fahrt Roadtrip Teil 3, Farm, Hua Hin

Wie gehst du mit Rückschlägen um bzw. mit Dingen, die dich nerven? Und wie überstehst du lange Autofahrten? Hast du irgendwelche Tipps für mich?

Erzähl mir davon in deinem Kommentar! 😊

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