Minimalismus und Reisen – wie klappt es am besten?

Minimalismus auf Reisen – gerade für mich als Backpacker das A und O. Es ist einfacher, unkomplizierter und erspart einem unglaublich viel Stress.

Doch nicht nur das, es ist ein Versuch, sich im Hier und Jetzt zu verankern, ohne größere Ablenkungen. Sich von unnötigem Ballast zu lösen und sich auf die Dinge zu konzentrieren, die wirklich einen Wert haben. Sich auf das zu besinnen, was wirklich wichtig für einen ist.

Für mich war der erste große Schritt zum Minimalismus beim Reisen mein Gepäck. Anfangs nahm ich noch alles für alle möglichen vielleicht eintretende Situationen mit… erst langsam, Schritt für Schritt wurde es weniger. Es begann mit dem Gedanken, dass ich einfach nicht mehr so viel schleppen wollte… ziemlich klassisch eigentlich.

Nachdem ich mein Gepäck immer mehr optimiert hatte, folgte der Rest irgendwie von ganz alleine. Nach und nach senkten sich meine Erwartungen und ich ließ sich vieles einfach entwickeln. Ich musste nicht mehr alles organisieren, sondern fand es ganz entspannend einfach abzuwarten und zu schauen, was der nächste Tag so alles mit sich bringen würde.

Doch Minimalismus beschränkt sich nicht nur auf dein ganzes Zeug, das du dabei hast, sondern auch auf deine Einstellung, deine Erwartungen und deine Vorurteile.

Vertrau mir – es wird dich grundlegend verändern!

Doch was braucht es dazu alles? Was sind die ersten Schritte?

Hier habe ich ein paar Inspirationen für dich zusammengefasst, wie es dir gelingen kann, mit dem Minimalismus auf Reisen ganz einfach anzufangen.

Mag sein, dass du einiges davon vielleicht schon einmal gehört hast oder sogar schon kennst, aber es kann nicht schaden, sich alles noch einmal ins Bewusstsein zu rufen. 😊

WENIGER IST MEHR – Konzentrier dich auf die wirklich wichtigen Sachen
Reisepläne

Voller Vorfreude planst du bereits zuhause jeden einzelnen Schritt deiner Reise. Wo du wann sein wirst. Was du dort alles machen wirst. Was du unbedingt erleben möchtest. Vor Ort jagst du deinen Plänen schließlich nur noch hinterher, um ja auch jeden Punkt von deiner Liste streichen zu können. Dich entspannen, geschweige denn deine Reise zu genießen, klappt so nicht ganz. Ganz im Gegenteil, du stresst dich damit einfach nur noch mehr.

Doch das muss nicht sein.

Informier dich über dein Reiseziel, such dir Dinge, die du gerne sehen möchtest. Aber lass es ruhig angehen. Lass dich manchmal einfach nur treiben. Sei spontan – Pläne können sich immer wieder ändern. Genieß dein Leben, genieß deine Reise. Lass dich nur auf keinen Fall von dir selbst unter Druck setzen.

Gepäck

Auf meiner ersten längeren Reise ist mein Backpack fast aus allen Nähten geplatzt. Ich wollte einfach nur für jede erdenkliche Situation vorbereitet sein. Gott, war der Rucksack schwer. Von Minimalismus hatte ich damals noch nichts gehört… Bereits nach kurzer Zeit grauste es mich regelrecht, wenn ich irgendetwas in dem Rucksack suchen musste… und ich hasste es regelrecht mit dem Rucksack durch die Gegend laufen zu müssen. Es machte einfach keinen Spaß. Ich war es leid, dass mein Rucksack so schwer war und in Wahrheit so viele Dinge darin waren, die ich nie brauchen würde.

Also reduzierte ich von Reise zu Reise mein Gepäck und packte immer weniger ein. Konzentrierte mich nach und nach nur noch auf die wichtigen Dinge. Dinge, die ich wirklich tagtäglich brauchen konnte. Ich entdeckte den Minimalismus für mich.

Heute reise ich nur noch mit Handgepäck und ich liebe es. Niemals wieder möchte ich zu meinem früheren Packverhalten zurück. Versuche mit weniger Gepäck zu reisen – es wird dir eine ganz neue Sichtweise eröffnen und du wirst es nicht bereuen.

Wenn du mehr über das Thema Reisegepäck erfahren möchtest, dann lies meine Blogbeiträge zu meiner Packliste, der Antipackliste und ob du besser nur mit Handgepäck reisen solltest oder nicht.

Komfortzone verlassen

Für Backpacker bedeutet Minimalismus auf Reisen kein Beobachter am Rande zu sein, sondern mittendrin im Geschehen. Es wird in Hostel’s übernachtet, mit lokalen Bussen gefahren und sich hauptsächlich von Streetfood ernährt. Klar ist manchmal der Beweggrund auch Geld zu sparen, doch meistens liegt es daran, dass Minimalisten entdeckt haben, dass es einfach nicht mehr braucht um wirklich glücklich zu sein.

Doch auf vieles zu verzichten, kann dich auch aus deiner Komfortzone zwingen. Das muss nicht immer schlecht sein, es ist nur wichtig, deine Grenzen zu kennen bzw. kennen zu lernen. Du hast die Chance, näher an den Menschen zu sein und ihre Welt auch wirklich kennen zu lernen. Versuche es einfach. Wenn es schlussendlich nicht klappt, ist es auch okay. Doch dann hast du es wenigstens versuchst.

Bewusst Geld ausgeben

Beim minimalistischem Reisen geht es nicht darum auf jeden Euro zu schauen und geizig zu sein, sondern sich einfach genau zu überlegen, ob man das auch wirklich braucht. Du beginnst dir einfach genau zu überlegen, ob es dir das Geld auch wirklich wert ist. Wenn du die Frage mit ja beantworten kannst, dann tu es. Bist du dir aber unsicher und zweifelst, dann schlaf besser noch eine Nacht darüber. Schaden tut es schon mal nicht.

Nimm dir Zeit
Reise langsam

Musst du wirklich von einem Ort zum anderen hetzen? Unbedingt jede Sehenswürdigkeit in einer Stadt sehen? Und das auch noch in kürzester Zeit? Klar kannst du das machen. Aber macht das Spaß? Damit siehst du zwar alles mögliche, gibst dir aber nicht die Chance das Gesehene auch zu erleben. Doch nicht nur das, irgendwann wird dein Körper schlapp machen. Du wirst auf nichts mehr Lust haben und jede Aktivität, beinahe schon jede Bewegung strengt dich unglaublich an. Treibt dich an deine Grenzen.

Und das sollte wirklich nicht sein. Reise langsamer, bleibe länger an einem Ort und gib dir die Chance auch wirklich anzukommen und alles intensiv wahrzunehmen. Reise langsamer, aber intensiver.

Nimm dir Zeit für dich – gönn dir Pausen

Auch wenn du es nicht glauben magst, aber reisen kann anstrengend sein. Jeden Tag neue Sachen zu erleben, dauernd seine Komfortzone zu verlassen – das alles ist kein Kinderspiel. Gönn dir zwischendurch Pausen, in denen du nicht kreuz und quer durch die Stadt rennst. Reflektiere deine bisherige Reise, atme tief durch und versuch dich zu entspannen.

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Gönn dir zwischendurch einen Tag voller Ruhe und Entspannung. Du wirst sehen, dein Körper wird es dir tanken. Dir wird die Energie nicht ausgehen und am nächsten Tag kannst du dich wieder voller Tatendrang in ein neues Abenteuer stürzen.

Lerne auf dich zu achten und deine Bedürfnisse wahrzunehmen. Auch wenn das alles nicht ganz in deinen Plan passt.

Lass los

Minimalismus bedeutet nicht nur seine materiellen Dinge auf das Wichtige zu reduzieren, sondern auch Dinge loszulassen, die einem nicht gut tun. Die einen nur behindern. Oft zählen dazu Ängste, Sorgen, Erwartungen, Vorurteile und Vorstellungen. Dinge, die man in den meisten Fällen sowieso nicht beeinflussen könnte.

Angst vor dem Ungewissen

Auf einer Reise kann so unglaublich viel passieren. Dinge, die du jetzt noch gar nicht wissen kannst, geschweige denn dich darauf vorbereiten kannst. Du könntest einsam sein, krank werden, einen Unfall haben, überfallen werden, enttäuscht sein, das Essen hassen oder dich heillos verlaufen.

Wenn du deinem Kopfkino freien Lauf lässt und dich immer mehr in die Angstspirale hineinsteigerst, wirst du wohl nie ins Flugzeug steigen.

Lass das nicht zu! Konzentriere dich auf das Hier und Jetzt. Auf Dinge, die du beeinflussen kannst oder schon mit Sicherheit weißt.

Hätte ich zugelassen, dass meine Angst überhand nimmt, ich hätte wohl nie meinen Job gekündigt oder wäre spätestens am Flughafen umgedreht. Doch das bin ich nicht. Ich habe versucht mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf Dinge, die ich beeinflussen konnte und nicht auf Dinge, von denen ich noch nicht einmal wusste.

Niemand weiß, was die Zukunft mit sich bringt und was in ihr alles passieren mag. Deswegen solltest du nicht zulassen, dass irgendetwas deinen Traum zerstört oder es ihn dir madig macht. Es gibt immer ungewisse Faktoren im Leben. Aber mit der Zeit und mit einiger Erfahrung, kannst du es schaffen Wege zu finden, die Ungewissheit zu reduzieren. Etwas mehr Sicherheit für dich zu erlangen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Das braucht seine Zeit. Bis dahin lebe dein Leben, hab Spaß und mache Fehler – ich verspreche dir, deine Fehler werden nie so schlimm sein, wie du sie dir anfangs ausgemalt hattest.

Erwartungen

Lass nicht zu, dass deine Erwartungen deine Reise trüben. Wenn du zu viele Erwartungen an Sehenswürdigkeiten hast oder sie andauernd mit Bildern im Internet vergleichst, dann wirst du zwangsläufig nur eins sein: enttäuscht und unzufrieden. Denn Erwartungen und Realität liegen oft weit auseinander.

Lerne Dinge nicht zu kritisch zu betrachten, sondern sie so hinzunehmen, wie sie nun mal sind.

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Das fängt schon bei Kleinigkeiten an – der Bus, der laut Anzeige um 10Uhr hätte fahren sollen, ist um 10:30 noch immer nicht da? Dir bleiben 2 Möglichkeiten: du ärgerst dich jetzt darüber und lässt dir deine Laune so richtig vermiesen oder du ergreifst die Chance, zuckst mir den Achseln, nimmst es hin und erkundest die naheliegende Gegend oder bleibst vielleicht sogar noch einen Tag länger vor Ort. Wie auch immer du auf Situationen reagierst, liegt ganz bei dir.

Gewisse Dinge, kannst du sowieso nicht ändern. Wieso sich also darüber aufregen und Energie darauf verschwenden. Mach dich locker und mach einfach das Beste aus diesen Momenten.

Reisen ist kein Wettbewerb

Auf Reisen geht es nicht darum wer die besten Bilder auf Instagram hat oder wer die meisten Orte auf der Welt gesehen hat. Gerade Leute, die viel reisen, geraten oft in die Vergleichsfalle: Strände, Restaurants, Massagen – alles wird miteinander verglichen. Denn irgendetwas muss ja der Sieger sein. Doch so sollte es nicht ablaufen.

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Jeder Ort, jede Stadt, jedes Land hat seine Besonderheiten. Die Kunst besteht darin, jedes Teil für sich zu nehmen und sich darüber zu freuen, ohne alles miteinander vergleichen zu müssen. So bleibt das Reisen spannend und du kannst es richtig genießen.

Sei im Hier und Jetzt
Lebe im Moment

Wer auf Reisen sollte es eigentlich ganz leicht sein im Moment zu leben. Doch oft verliert man sich leider in der Planung… man vergisst sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, da man gedanklich schon die nächsten Schritte seiner Reise plant. Versuche dich auf den Moment zu konzentrieren, atme mehrmals tief durch und genieß es einfach.

Du siehst, minimalistisch zu reisen bedeutet nicht nur mit weniger Gepäck zu reisen, sondern es kann so viel mehr bedeuten. Doch durch die Reduzierung und das Konzentrieren auf das Wesentliche wird deiner Reise so viel mehr Tiefe und Bedeutung verleihen. Doch trotz der Tiefe bringt minimalistisches Reisen auch eine gewisse Leichtigkeit und Spontanität mit sich mit.

Minimalismus schafft es alle Ablenkungen und Störenfriede zur Seite zu schieben und nur noch Platz für die wichtigen Dinge zu lassen – und zwar auf deine Reise und all die unglaublichen Dinge, die du währenddessen erleben wirst. Doch ich kann dir noch so viel über Reisen im Minimalistischem Stil erzählen, doch um es wirklich verstehen zu können, musst du es selbst ausprobieren. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du, dass es genau das Richtige für dich ist.

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Wie reist du? Hast du dich schon einmal am minimalistischem Reisen versucht? Wie ist es dir ergangen?

Erzähl es mir in deinem Kommentar. 😊

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