Die Kapuzinergruft – umgeben von Knochen in Rom

Wer einen Hang zum Okkulten oder Schaurigem hat, der findet mitten in Rom ein wahres Juwel. Denn nahe der Piazza Barberini oder der spanischen Treppe befindet sich die Santa Maria Immacolata a Via Veneto. Die doch eher schlichte Kirche verbirgt in seiner Krypta ein ziemliches Geheimnis: Knochen über Knochen über Knochen.

Die Kapuzinergruft ist mit Sicherheit eine der ungewöhnlichsten und schaurigsten Sehenswürdigkeiten in Rom.

Doch bevor ich euch mehr über die Knochengruft erzähle, ein paar Worte zur Klosterkirche selbst.

Die ehemalige Klosterkirche der Kapuziner

Das Gebäude an sich, vor allem aber die Kirche, ist im Vergleich zu vielen anderen Bauten in Rom doch eher schlicht gehalten. Fast schon unscheinbar.
Der Grund hierfür ist ganz einfach – beim Kapuziner Ordnen handelt es sich um einen vergleichsweisen armen Ordnen.

Würde man nicht gezielt danach suchen oder gelegentlich einige Touristen davor erspähen, würde man niemals auf die Idee kommen, dass sich hier etwas Außergewöhnliches versteckt.

Wer mehr über die Kirche und den Ordnen der Kapuziner selbst erfahren möchte, sollte sich die Zeit nehmen und das Museum in aller Ruhe besichtigen, bevor man den Weg in die Kapuzinergruft antritt.

Das Museum – Einblicke in das Leben der Kapuzinermönche

Um das Museum und schließlich auch die Gruft zu besichtigen, musst du die Stiegen rechts vorm Eingang hinaufsteigen. Keine Sorge, das Ganze ist wirklich gut ausgeschildert. Du wirst also keine Probleme haben, den richtigen Eingang zu finden.

Bevor du aber die Gruft besichtigen kannst, geht es erst durch das Museum. Viele laufen durch dieses recht schnell durch, aber ich würde dir empfehlen, nimm dir ruhig etwas Zeit dafür.
Klar ist es jetzt vielleicht nicht so spannend wie die Krypta selbst, aber es hat seinen ganz eigenen Charme.

Das Museum bietet dir einen einmaligen Einblick in das Leben der Kapuzinermönche. Hier werden etliche Gemälde, Schriften und Objekte ausgestellt, die in direkter Verbindung mit dem Orden stehen.

Schließlich, nach einige Räumen, geht es hinab in die Kapuzinergruft.

Die Kapuzinergruft

Nach einigen Treppen erwartet dich das eigentlich Highlight dieses Gebäudes: die Kapuzinergruft.

Gleich vorweg: in der Krypta befinden sich nicht nur die Skelette von Erwachsenen, sondern auch von Kindern. Außerdem hat die Atmosphäre dort unten doch einen etwas drückenden Beigeschmack. Überleg dir also besser im Vorhinein ganz genau, ob du es auch wirklich sehen möchtest und es aushältst.

Solch eine Umgebung, solch eine “Ausstellung” ist nicht für jeden etwas und das ist vollkommen in Ordnung.

Die Kapuzinergruft selbst ist ein langer Gang, unterteilt in mehrere kleine Kapellen. Die Räume wurden bereits im 17. Jahrhundert von den Kapuzinermönche mit den Gebeinen ihrer verstorbenen Ordensbrüder dekoriert. An den Wänden, selbst an den Decken finden sich einzelne Teile oder gar ganze Skelette, sowie mumifizierte Körper.

Doch jeder dieser Räume, jede beinahe schon kunstvolle Gestaltung ist durchdacht und hat seinen Sinn. Mit jedem Raum haben die Mönche versucht aufzuzeigen, wie kurz und vergänglich das Leben in Wahrheit doch ist.

Die Umsetzung mag heutzutage makaber erscheinen, aber sie übermittelt die Botschaft unglaublich gut:

“Was Ihr seid, sind wir gewesen; was wir sind, werdet Ihr sein!”

unbekannt

Kein Raum gleicht dem Anderen: in ein paar Kapellen wurden lediglich mit einer bestimmten Arten von Knochen gearbeitet. Es gibt eine Kapelle bestehend aus Beinknochen, eine andere nur aus Beckenknochen und eine komplett nur mit Schädeln ausgekleidet.

Doch hier findest du nicht nur eine Vielzahl an sterblichen Überresten, sondern auch etliche Symbole, die mit dem Tod in Verbindung gebracht werden: das Skelett eines Kindes, dass den Sensenmann darstellt, Uhren für die Vergänglichkeit der Zeit und Schmetterlinge, die durch ihren Wandel die Auferstehung symbolisieren.

Aber hier jetzt jeden Raum bis ins kleinste Detail zu beschreiben und zu analysieren, möchte ich nicht. Ich möchte dir einen kleinen Einblick bieten, eine Inspiration, um sich eines Tages die Kapuzinergruft selbst anzuschauen.

Aber wenn es jemanden gibt, der alles darüber wissen möchte, der kommt hier zu der offiziellen Seite mit der Beschreibung jeder einzelnen Kapelle.

Die Kapuzinergruft und ich – meine Geschichte

Ohne Frage ist die Krypta eine ganz besondere Sehenswürdigkeit in Rom. Ein einmaliges Highlight, das einen Besuch auf alle Fälle wert ist, vor allem wenn man wie ich das Schaurige, Groteske und Gruselige liebt.

Ich hatte sogar einen ziemlich interessante und lustige Situation in der Krypta, besser gesagt beim Eingang des Museums.

Trotz meiner Reisen vergesse ich immer wieder gerne, dass an religiösen Orten die Schultern und die Knie bedeckt sein müssen.
Die Schultern sind bei mir an sich nie ein Problem. Meine Knie hingegen… sagen wir, ich trage bei +30°C gerne Hotpants.

Aber zum Glück konnte man sich vor Ort direkt bei der Kassa einen blauen Mantel um 1€ kaufen – also alles eigentlich kein Problem. Tja, denkste. Denn leider war dieser Mantel nur um einige Zentimeter länger als meine Shorts. Nun ja, nicht gerade sehr Knie bedeckend.

Ich einigte mich also mit der Dame an der Kassa, den Mantel wie eine Weste um meine Hüften zu binden. So durfte ich mich schließlich auf den Weg zum Museum machen.

Die Qual der Wahl

Doch als ich das Museum betrat und zu der Dame ging, welche für das Abreißen der Tickets zuständig war, wurde diese auf meine tätowierten Arme aufmerksam. Offenbar durfte ich mich diesen das Museum und die Gruft nicht betreten…

Zu meiner Verteidigung muss aber gesagt werden, dass sich nichts anstößiges oder gemeines an meinen Armen befindet, sondern ein Schriftzug, ein Diamantherz umringt von Rosen, eine Eule, eine Fledermaus, einige Koordinaten und das Harry Potter Symbol für die Heiligtümer des Todes.

Die Dame hatte nun also die Qual der Wahl. Was war für sie schlimmer: meine tätowierten Arme oder meine möglicherweise unbedeckten Knie.

Meine Tattoos wurden schließlich die zweifelhaften Gewinner und ich durfte mich noch einmal umziehen. Ich zog den Mantel also ‘richtig’ an, sorgsam darauf bedacht auch jedes meiner Tattoos zu bedecken. Jetzt durfte ich endlich das Museum betreten.

So viel also zu meinem kleinen, persönlichen Erlebnis. 🙂

Die Kapuzinergruft selbst fand ich wirklich außergewöhnlich, ich konnte einfach nur staunen. Die kleinen Kapellen, aber auch die ganze Atmosphäre an sich, vermittelten mir ein bedrückendes, zugleich aber auch ein ehrfürchtiges Gefühl. Ich glaube, nicht viele Orte auf der Welt schaffen es, einem das Gefühl der Vergänglichkeit so einfach und deutlich zu vermitteln, wie diese Gruft in Rom.

Für mich zählt die Kapuzinergruft zu meinen absoluten Highlights meiner gesamten Romreisen.

Wirklich unangenehm – das Fotoverbot

Ich wollte eigentlich unglaublich viele Fotos machen und mir richtig viel Zeit dafür nehmen, doch leider ist das Fotografieren sowohl im Museum, als auch in der Krypta selbst strengstens verboten.

Weshalb ich für diesen Blogbeitrag leider die Bilder von Wikipedia nehmen musste, um dir trotzdem einen Einblick zeigen zu können.

Auch wenn diese Bilder eigentlich ganz gut sind, so sind die Räume in der Krypta selbst tausendmal schöner, beeindruckender, mystischer und löst viel mehr in einem aus… kein Bild würde es schaffen, diese Atmosphäre genauso zu transportieren.

Am besten ist es also, du besuchst die Kapuzinergruft bei deinem nächsten Rombesuch einfach selbst.

Öffnungszeiten

Die Kirche ist von Montag bis Samstag von 7-13 Uhr, sowie von 15-18 Uhr geöffnet. Sonntags und an Feiertagen von 9:30-12 Uhr und von 15:30-18 Uhr. Die Kapuzinergruft und das Museum sind jeden Tag von 9-19 Uhr geöffnet, wobei die Kassa ca. 30min vorher schließt.

Eintrittspreise

Der Besuch der Kirche Santa Maria Immacdata a Via Veneto ist kostenlos. Der Preis für die Besichtigung des Museums und der Krypta beträgt 8,50€.

Um 1€ Unkostenbeitrag kann vor Ort ein Mantel gekauft werden, womit dann (eigentlich) die Knie bedeckt werden sollen.

Wie kommst du nun also zur Kapuzinergruft?

Die Krypta befindet sich in unmittelbarer Nähe des Piazza Barberini und liegt ebenfalls nur wenige Gehminuten von der spanischen Treppe entfernt. Nimm also einfach die Metro Linie A, steig bei Barberini oder Spagna aus und mach einen kleinen Spaziergang.

Hast du dir die Krypta in Rom bereits angesehen? Wie hat sie dir gefallen? Was waren deine Eindrücke?

Erzähl es mir in den Kommentaren. 😊

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann merk ihn dir am besten schnell auf einer deiner Pinnwände auf Pinterest!

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