Der Piazza Navona – ein Platz der besonderen Art

Der Piazza Navona zählt zu den beliebtesten Plätzen in Rom, bei den Touristen, aber auch bei den Römern selbst. Es ist schon lange her, dass dieser Platz noch als Geheimtipp unter den Einheimischen galt. Mittlerweile ist er zu einem wahren Touristenmagneten geworden.

Doch obwohl dieser Ort ein typischer Touristenmagnet ist, ist es trotzdem schwer, sich dem Charme des Piazza Navona zu entziehen – denn er befindet sich immerhin mitten im historischen barocken Rom. Einfach nur ein wunderschönes Viertel.

Die Geschichte des Piazza Navona

Im Namen von Kaiser Domitian errichteten die Römer damals genau an diesem Platz einen Sportplatz für die Sportwettkämpfe der Athleten. Deshalb auch die länglich-ovale Form. Doch irgendwann erschienen diese Wettkämpfe den Römern als unmoralisch und so wurde die Umgebung um den Platz herum anfangs nicht weiter ausgebaut.

Im Mittelalter änderte sich dies jedoch wieder. Immer mehr wohlhabende Römer bauten ihre Häuser um den Platz und so entstand schließlich der, von barocken Gebäuden umrahmter, Piazza Navona.

Alleine schon von außen betrachtet sind meiner Meinung nach besonders der Familienpalast, die Basilika Sant Agnese und die aufwendigen Brunnenanlagen einfach nur wunderschön und einen Blick auf alle Fälle wert.

Der Piazza Navona und das kühle Nass

Als wäre dieser Platz noch nicht außergewöhnlich genug, so wurde er bis Mitte des 19. Jahrhunderts auch als eine Art Freibad genutzt. Denn in den heißen und stickigen Sommern, die in Rom zum Alltag gehören, geht nichts über eine kühle Erfrischung.

Doch mitten in der Stadt gar nicht mal so leicht – außer am Piazza Navona. Denn dieser Platz wurde zu dieser Zeit gerne mal überflutet – die Brunnenabflüsse wurden verstopft und schon hatte man ein Freibad.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dies jedoch untersagt – zu groß war die Angst einer möglichen Malaria-Epidemie.

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Die Brunnen des Piazza Navona – eine Sehenswürdigkeit für sich

Auch wenn die Basilika Sankt Agnese wirklich bezaubernd sein soll, so muss ich gestehen, habe ich es bis heute noch immer nicht geschafft, diese zu besuchen. (Aber das kann ja noch werden. ^^)

Ich war bis jetzt einfach immer vollkommen zufrieden damit über den Platz zu schlendern und die Architektur auf mich wirken zu lassen. Mehr brauchte ich gar nicht.

Fontana di Fiumi – der Vierströmenbrunnen

Da sich um den Platz herum, immer mehr die reichere Gesellschaft zu versammeln begann, fehlte noch etwas am Platz selbst, um das Ganze abzurunden.

So kam es, dass im 15. Jahrhundert der damals sehr gefragte Bildhauer Gianlorenzo den Auftrag erhielt, mehrere Brunnen für diesen Platz zu entwerfen und schließlich auch zu bauen.

Der Fontana die Fiumi – der Vierströmenbrunnen entstand.

Er symbolisiert die damals vier bekannten Kontinente und zeigt ihre wichtigsten Flüsse inklusive ihrer repräsentativen Tiere und Pflanzen. Die vier Männerfiguren stehen für die Flüsse Donau, Ganges, Nil und Rio de la Plata – einfach auseinander zuhalten aufgrund der verschiedensten Tiere und Pflanzen.

Nicht nur zeigt der Brunnen die damals bekannten Kontinente der Welt, sondern auch den Herrschaftsanspruch des Papstes über die Erde selbst.

In der Mitte des Brunnens befindet sich ein Obilisk, welcher vom Isis-Tempel Domitians stammt. Die Taube, die sich vom Obilisken abhebt, steht für das alte italienische Adelsgeschlecht der Pamphilj und ist bis heute ihr Wappentier.

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Fontana del Moro

Der Fontana del Moro ist der südlichste der drei Brunnen. Im 16. Jahrhundert wird der Brunnen von Giacomo della Porta erbaut und zeigte anfangs vier Meeresgötter, sowie einige andere Figuren.

Im 17. Jahrhundert wurde der Brunnen schließlich von Bernini überarbeitet und erlangte erst dadurch seine heutige Form. Bei dieser Überarbeitung wurde die heutige zentrale Statue “il Moro” hinzugefügt.

Hier sieht man einen Äthiopier mit einem Delphin kämpfen. Eine wirklich interessante Statue, besonders der ewig andauernde Kampf zwischen Mensch und Tier.

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Und schließlich, last but not least:

Fontana del Nettuno – Der Neptunbrunnen

Der Neptunbrunnen ziert den Platz an der Nordseite. Zu Beginn war es ein einfacher, schmuckloser Brunnen ohne Figuren oder Verzierungen. Wieso genau dieser Brunnen eigentlich schmucklos und fade bleiben sollte, ist nicht bekannt.

Sein heutiges Aussehen erhielt er erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts von Antonio della Bitta.
Die Figur zeigt Neptun, wie er einen Oktopus ersticht, umgeben von etlichen weiteren mythologischen Meeresgestalten.

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Der Piazza Navona und ich

Ich liebe diesen Platz einfach und verbringe jedes Mal einige Stunden dort, trinke einen Kakao nach dem anderen und beobachte einfach das Treiben. Da dieser Platz meist wirklich von Touristen schon überlaufen ist, bin ich am liebsten am frühen Vormittag oder zu etwas späterer Stunde dort.

Doch obwohl dieser Platz voll und laut ist, verliert er nichts von seiner Einzigartigkeit. Verliert nicht an Schönheit und Charme.

Am liebsten halte ich mich in der Nähe der Brunnen auf. Egal bei welchem. Auch wenn ich zugeben muss, dass der Mittlere mein Liebster ist. Egal wie oft oder wie lange ich ihn beobachte, bei jedem neuen Blick oder Perspektivenwechsel springt einem ein neues Detail ins Auge.

Doch nicht nur die Brunnen habe ich am Piazza Navona lieb gewonnen, sondern ein weiteres kleines verstecktes Juwel…

Mein Geheimtipp: Das Cartoleria Pantheon dal 1910

Ich liebe dieses kleine, versteckte Schreibwarengeschäft. Von außen unglaublich unscheinbar, aber beim Betreten zeigt sich in diesem Gebäude eine ganz eigene Welt.

Bei jedem meiner Besuche muss ich zu diesem Laden und lasse dort immer einiges an Geld liegen. Dort kaufe ich mir nämlich immer meine Reisetagebücher oder besondere Mitbringsel für meine Freunde.

Hier findest du die verschiedensten Arten von Notizbüchern, Schreibmaterialien, Wachs, Stempeln, Briefe, Lederwaren , etc. Und all das mit einer ganz besonderen Note und Besonderheit.

Wer also auf der Suche nach etwas Besonderem für sich selbst oder andere ist, wird hier bestimmt fündig. Ist auf alle Fälle mal ein anderes Mitbringsel, als die typisch touristischen Souvenirs.

Wie kommst du nun also zum Piazza Navona?

Der Piazza Navona liegt im Stadtzentrum und ist an sich super mit dem Bus zu erreichen.

Unter anderem mit den Linien 46, 62, 64, 916, 30, 70, 81 und etlichen anderen.
Am besten steigst du bei den Stationen “Corso so Vittorio Emanuele/ s. A. Della Valle” oder “Senato” aus. Mit der Metro ist der Platz nicht wirklich zu erreichen, lediglich in Verbindung mit einem etwas längerem Spaziergang.

Da sich im Stadtzentrum zahlreiche Schätze im Boden befinden, wollte man diese durch den Bau einer Metrolinie nicht gefährden. Deshalb ist der historische Stadtkern prinzipiell nicht bzw. schwer mit der Metro zu erreichen.

Kennst du den Piazza Navona? Wie hat er dir gefallen? Wie waren deine Eindrücke?

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