Das Hypogäum von Ħal-Saflieni – die Gräber unter der Erde

An diesem Tag wollte ich eigentlich zur Popeye Village fahren… doch als ich auf den Bus wartete, fragte ich mich, wieso genau ich eigentlich dort hinfuhr. Denn irgendwie fühlte ich mich nicht zu 100% wohl. Wollte ich denn auch wirklich dorthin, weil ich es unbedingt sehen wollte? Oder doch eher, weil es eine bekannte Sehenswürdigkeit von Malta ist und mir einbildete unbedingt darüber schreiben zu müssen. Ich dachte, über die Popeye Village würde man etwas lesen wollen…

Ich fühlte mich ertappt und war mal wieder in die Falle gestolpert, die ich dachte schon längst überwunden zu haben… Klar, schreibe ich diesen Blog, damit jemand ihn liest. Aber man liest ihn (doch hoffentlich), weil es meine Reisen sind. Meine Abenteuer, meine Momente, meine Erinnerungen – ganz einfach meine Geschichte. Und nicht nur deshalb, weil ich alles abhacke, was es an Sehenswürdigkeiten an einem Ort zu entdecken gibt. Sondern weil all die Dinge, über die ich schreibe, mich widerspiegeln und weil ich mein Bestes gebe, dabei so authentisch wie möglich zu sein.

Als mir das bewusst wurde, da wollte ich nicht mehr zur Popeye Village. Doch was sollte ich sonst tun? Einen alternativ Plan gab es nicht. Jedenfalls nicht in diesem Moment. Ich setze mich also zum Strand und dachte nach. Was schau ich mir gerne an, was möchte ich hier in Malta gerne sehen? Was würde mir Spaß machen? Kurz zur Hölle mit dem Blog – selbst wenn ich etwas machen würde, dass keinen Blogbeitrag wert ist, wäre das für mich mehr als in Ordnung. Solange es mich glücklich machte. Denn schlussendlich war es immer noch meine Reise.

Ich dachte nach und kam schließlich auf das Hypogäum von Ħal-Saflieni.

Das Hypogäum von Ħal-Saflieni

Von außen betrachtet ist es überhaupt nicht eindrucksvoll. Wüsste ich dank Google Maps nicht, dass es hier sein müsste, würde ich es glatt übersehen.

Beim Eingang schließlich folgt das mittlerweile übliche Fiebermessen und desinfizieren der Hände.

Was mich dann doch etwas überraschte, war der Preis für diese Sehenswürdigkeit… 35€ für eine geführte Tour durch das Hypogäum. Eine Alternative gab es nicht… es wurde nur diese geführte Tour angeboten, alleine war es also gar nicht möglich sich das Hypogäum anzuschauen. Bevor die Führung überhaupt startete, mussten alle Sachen in einem Kästchen versperrt werden – denn solltest du irgendetwas dort drinnen verlieren oder es dir gar runterfallen, wirst du es nie wieder bekommen. Außerdem ist das Fotografieren jeglicher Art verboten… deshalb habe ich leider nur die Fotos von Wikipedia für dich. 😅

Nachdem alles verstaut wurde und du den Schlüssel (hoffentlich) gut eingesteckt hast, bekommst du einen kleinen Audio Guide, der in jeder Sprache verfügbar ist.

Die Führung durch das Hypogäum

Schließlich ging es los. Zuerst gibt es eine kleine Video-Vorführung: hier wird kurz die Entdeckung und die Geschichte des Hypogäum erzählt.

Die Entdeckung dieser Grabstätte war eigentlich purer Zufall: ein Arbeiter bohrte in die Erde und ehe er sich versah, entdeckte er eine Höhle. Anfangs wurde dieser Fund sogar vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, wieso genau wurde bis heute nicht erklärt. Erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich wurde es dann im Jahr 1908.

Weiter geht es in den nächsten Raum. Hier befinden sich ein paar Ausstellungsstücke in Glaskästen und eine weitere Video Vorführung wartet auf dich. Dieses Mal geht es um die Erbauer des Hypogäum und deren Kultur. Auch geht es kurz um die Bedeutung bzw. die damalige Nutzung dieser Stätte. Denn es wird nämlich angenommen, dass das Hypogäum einst als Grabstätte diente.

Obwohl die damalige Kultur hochentwickelt zu sein schien und ein tiefes Verständnis für den Tod hatte, so weiß man bis heute nicht, was mit ihnen geschah… wohin sie verschwunden sind. Denn eines Tages waren sie einfach weg und hinterließen keinerlei Spuren…

Eine Tür öffnet sich, du gehst hindurch und schon siehst du auf die archäologische Stätte hinab, während dir der Audioguide schon alles Wichtige ins Ohr flüstert.

Die drei Ebenen des Hypogäum

Du befindest dich nun in der obersten Ebene. Diese besteht aus einer größeren Mulde mit Grabkammern an den Seiten. Viel ist davon jedoch nicht mehr übrig, denn vor langer Zeit war dieser Teil des Hypogäum unter freien Himmel. Es war also jahrelang den Gezeiten oder Naturkatastrophen ausgesetzt.

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Weiter gehts.

Von hier aus führen dich Treppen in die zweite Ebene, sozusagen der Hauptebene und gleichzeitig der Schauplatz der Führung. Langsam kannst du nun diese Ebene erkunden, begleitet von den zahlreichen Erklärungen durch den Audioguide.

Während der Führung wirst du die Orakelkammer kennenlernen. Einen Ort, der ein kleines Geheimnis birgt: denn in den Wänden sind einzelne Löcher geschlagen worden und wenn jemand mit einer tiefen Stimme davor steht und etwas spricht, so halt es durch das gesamte Bauwerk. Ob dies gewollt war oder nicht, kann man heute nicht mit Gewissheit sagen. Ich finde es trotzdem cool.

Weiter geht es zu dem Raum, der gerne das Allerheiligste genannt wird und heute etliche Briefmarken Malta’s ziert. Denn obwohl dieser Raum aussieht, als ob er gebaut wurde, so ist er in Wahrheit eigentlich eine Skulptur. Dieser Raum ist nichts weiter als eine optische Täuschung und soll den Eindruck eines Gebäudes vermitteln. Unglaublich oder nicht? Hier erst zeigt sich das wahre künstlerische Handwerk dieser Zeit.

Von hier aus wäre es theoretisch möglich, die dritte Ebene zu erreichen, doch ist diese für Besucher leider nicht zugänglich…

Hier führen Treppen hinunter, doch diese hören unerwartet bereits 2 Meter über den Boden auf. Anfangs glaubten die Wissenschaftler, dass das hier eine Art Falle für Grabräuber war, doch mittlerweile glaubt man, das dort früher Skelette und Erde ‘aufbewahrt’ wurden… Wo jetzt also gähnende Leere herrscht, war früher die Grabstätte unzähliger Menschen vermischt mit Erde und diente somit als eine Art Boden.

Das Ende der Führung

Zum Schluss gelangst du zu einer Wendeltreppe, die einige Jahre nach der Entdeckung des Hypogäum angebracht wurde, um den Einstieg und damit die Ausgrabung zu erleichtern. Durch diese verlässt du die Grabstätte wieder und die Führung ist zu Ende.

Öffnungszeiten

Das Hypogäum von Ħal-Saflieni ist von Montag bis Sonntag zwischen 9Uhr und 17Uhr geöffnet. Führungen finden zu bestimmt Timeslots statt, am Besten informierst du dich hier und buchst dort gleich dein Ticket.

Preise

Der Preis für das Hypogäum ist nicht ohne: für Erwachsene 35€ und für Kinder 20€. Es bleibt ganz dir überlassen, ob dieser Preis es dir wert ist.

Wo findest du denn nun das Hypogäum?

Die Adresse lautet Burial Street, Paola PLA 1116. Am einfachsten und schnellsten erreichst du es mit den Buslinien 3, 204, 82, 91, 92.

Mein Fazit

Anfangs musste ich wegen dem Preis doch etwas schlucken, immerhin sind 35€ nicht wenig. Doch rückblickend betrachtet, war es das für mich auf alle Fälle wert. Es ist ein einmaliger Einblick und Erlebnis, der es dir erlaubt, Tausende von Jahren in die Zeit zurückzureisen. Es zeigt das tiefe Verständnis des Todes, dass diese Menschen hatten. Aber es ist auch ein Zeichen von hoher Intelligenz, von Kultur und Verehrung des Vergangen. Es zählt nicht umsonst zum UNESCO Kulturerbe.

Ich würde jedem, der etwas Einzigartiges sehen möchte und der an Architektur und Kultur interessiert ist, empfehlen das Hypogäum zu besuchen.

Hast du die Grabstätte von Ħal-Saflieni schon besucht? Wie ist deine Meinung dazu?

Erzähl es mir in deinem Kommentar. 😊

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann habe ich hier die perfekte Grafik für dich, um sie dir auf Pinterest zu merken.

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